Definition Winterdienst
Winterdienst ist die Erhaltung der Verkehrssicherheit auf öffentlichen Straßen und Gehwegen, wenn diese durch Schnee und Eis behindert wird. Um dies zu gewährleisten, erfolgen bei hohem Schneefallaufkommen der Einsatz von Schneepflügen sowie auch der Einsatz von Personen, welche mittels Schneeschaufeln und –schiebern Fahrbahnen und Gehwege befahr- und begehbar halten. Bei Glättebildungen erfolgt der zusätzliche Einsatz von Splitt, Sand, Salz, Splitt-, Sandsalzgemischen.

So die ganz einfache Erklärung zum Thema Winterdienst.

Wie es oftmals wirklich ist

In den vergangenen Jahren hat man sich mehr oder weniger auf Winter vorbereitet. Meistens eher weniger. Kleine Mengen Streusalz wurden eingelagert, den Nachschub bestellte man direkt und bekam ihn auch meistens prompt geliefert. Personal wurde eingeplant, jedoch nicht immer ausreichend geschult.


Wenn es dann mal tatsächlich zu Schneefall von mehr als 24 Stunden Dauer kam, war das Geschrei nach mehr Personal und Salz groß. Bezahlen wollte das Dienstleister und auch Kunden erst einmal nur ungern. Es ist ja schon immer gut gegangen.

Gerade wenn der erste Schnee fällt oder es die ersten Nächte eisglatt draußen ist, bemerkt auch der letzte Hausbesitzer und Hausverwalter, das der Winterdienst organisiert werden muss.

Generell steigt die Nachfrage bei uns Dienstleister, mit der Schneemenge die herunter kommt. Man stößt auf völliges Unverständnis, wenn man dann als Dienstleister auch mal dankend ablehnen muss.

Die Organisation für den Winterdienst muss aus meiner Sicht im März für die folgende Saison abgeschlossen sein. Oktober und November ist zu spät und sorgt nur für hohe Preise und unter Umständen für einen Winterdienst der erst gar nicht kommt.

Winter 2004 in Köln - Erster Ford Ranger in Köln

Vorbereitet auf einen schneereichen Winter

Der extreme Winterbruch im Januar und Dezember 2010 zeigte unseren Kunden und auch uns, dass es in Deutschland strenge Winter geben kann. So lag im Jahr 2010 vielerorts an 90 Tagen Schnee. Selbst in schneearmen Orten wie beispielsweise in Köln und Bonn war es an mindestens 61 bis 72 Tagen weiß. Das war rekordverdächtig. Laut Meteorologen, gab es Schneehöhen bis zu 24 cm in Köln. Gemessen haben wir zwischen 25 und 30 cm, bei Schneeverwehungen sogar über 50 cm.

Hinzu gab es Tiefsttemperaturen von -10 ° Grad und mehr, die zum Vereisen die gefallenen Schneemassen führten. Bei einsetzendem Tauwetter, das im Dezember in der Regel nur in die Mittagsstunden fiel, sorgten anschließend Eiszapfen und Dachlawinen für ein hohes Gefahrenpotential im Bereich der Gebäude.

Wir als Dienstleister verzeichneten Dauereinsätze vom 26.11.2010, nahezu durchgängig bis zum 06.01.2011. Das entsprach 41 Einsatztagen „nur“ zum Jahresende.

Die gewohnt milden Winter der vergangenen Jahre könnten somit erst einmal der Vergangenheit angehören.

Die Anforderung unserer Kunden, intensive Gespräche mit unseren Auftraggebern und der wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung unserer Dienstleistung, hat uns veranlasst unsere Angebote immer weiter zu verbessern.

Streusalzknappheit in den Wintersaisons 2009/2010 und 2010/2011 haben dazu geführt unsere Lagerkapazitäten weiter auszubauen und auch Lagerflächen bei unseren Kunden zu finden.

Um den Anspruch unserer Kunden, einen Preiswerten und Zuverlässigen Dienstleister, zu erfüllen, haben wir unsere Leistungen noch detaillierter Definiert und einen Maßnahmenkatalog für mögliche Zusatzleistungen erstellt.

All Service Gebäudedienste ist kontinuierlich bestrebt Leistungen zu verbessern und diese zu fairen Konditionen anzubieten. Das Wetter ist für keinen von uns unmittelbar beeinflussbar, jedoch können wir gemeinsam mit unseren Kunden die Kosten und das Risiko von extremen Witterungen, fair verteilen. Und das Wichtigste, den Winterdienst auch sicherstellen.

Lösungen finden – nicht suchen

2005 - Ford Ranger 2 und 3.

Bereits im Jahr 2004 habe ich für unsere Niederlassung Köln den ersten Ford Pick Up mit Räumschild und Heckstreuer in den Einsatz gebracht. Im Jahr 2004 war dies der erste Ford Ranger in Köln, der mit dieser Ausstattung überhaupt unterwegs war. Mitbewerber und Kunden belächelten uns. Streng nach der Devise, in Köln schneit es doch nie richtig.

2006 - Ford Ranger 4

2005 kamen zwei weitere Ford Ranger hinzu. Nun hielt man mich für völlig verrückt. Was wollt ihr mit den Fahrzeugen auf unseren Straßen? Ganz einfach, wir schafften 2006 einen vierten und im Jahr 2008 einen fünften Ford Ranger mit Räumschild und Heckstreuer an. Hinzu kam im Jahr 2008 noch ein ATV (Quad) mit der gleichen Ausstattung, nur ein bisschen kleiner.

2008 - Ford Ranger 5

ATV / Quad - Köln 1

Im Jahr 2010 hatten wir somit fünf Ford Ranger, ein ATV, eine umgebauter Kehrmaschine (Hako City Master 2000) und vier Kompakttraktoren im Einsatz. Salz und Granulat hatten wir nach den Erfahrungen im Januar 2010 bereits schon zum Oktober in den Mengen verdoppelt, dennoch war bereits im Dezember 2010 das untere Limit erreicht. Nur mit Zukäufen aus dem europäischen Ausland war es möglich, den Winterdienst weiter aufrecht zu erhalten und sicherzustellen.

Winter 2010

Mitte Dezember 2010 waren wir dann auf Grund der heftigen Schneefälle und dem ausbleibenden Tauwetter an unsere Kapazitätsgrenze angelangt. Kunden die anfragten, mussten wir auf die Saison 2010/2011 vertrösten. Was für viele unfreundliche und verständnislose Telefonate sorgte.

Winter 2010

Intensive Aufklärungsarbeit und Absprachen mit Zulieferer zeigten uns bereits zum Beginn des Jahres 2011, dass es auch in der kommenden Saison wieder schwierig mit der Beschaffung von Geräten und Streusalz geben wird. Vorsorglich bestellten wir bereits im März 2011 drei neue Pick Up. Diesmal fiel jedoch unsere Entscheidung dabei auf den neuen Amarok von Volkswagen.

Köln 2011 - Amarok 1 und 2 - Pick Up 6 und 7

Um nicht wieder an Kapazitätsgrenzen zu stoßen, wurden die älteren Bestandsfahrzeuge nicht veräußert. Dies war die richtige Entscheidung, da zwei von drei Amarok erst am 23.11.2011 Einsatzbereit ausgeliefert wurden. Über den dritten Amarok kann Volkwagen keine planungssichere Aussage treffen. Es wurde in einem Gespräch bereits Februar 2012 genannt. Was für uns als Dienstleister das Leben auch nicht einfacher macht.

Winter 2006

Mit einer sehr guten Tourenplanung und der Tatsache, dass wir durch Ausschreibung, einen größeren Auftrag kurzfristig zum Beginn der Saison verloren haben, sehe ich der ganzen Sache derzeit noch entspannt entgegen. Mit sofortiger Wirkung haben sieben Pick Up, ein ATV, fünf Kompakttraktoren und eine Kehrmaschine für unsere Einsätze zur Verfügung. Allerdings ist auch damit wieder unsere Kapazitätsgrenze für 2011/2012 erreicht.

Keiner weiß, wie der nächste Winter wird. Wir sind gut vorbereitet und werden auch in den kommenden Jahren unsere Kunden optimal bedienen können. Wir nehmen auch zukünftig dahingehend neue Herausforderungen an.

Entwurf aus dem Jahr 2006