Wo eine Tür zugeht, geht sicherlich eine neue auf
Nicht jede berufliche Station beginnt so, wie sie geplant war. In den vergangenen Wochen habe ich das selbst erlebt: Eine neue Position, für die ich mich entschieden hatte, kam am Ende nicht so zustande, wie es zwischen allen Seiten vereinbart war. Ich werde hier nicht im Detail schildern, was passiert ist – das gehört nicht in einen öffentlichen Text, und es ist auch nicht der Punkt. Der Punkt ist, wie man mit einer Situation umgeht, die man nicht selbst herbeigeführt hat und die sich trotzdem plötzlich verändert.
Das Wichtigste in Kürze
- Ich bin meinem bisherigen Arbeitgeber gegenüber bis zum letzten Tag meiner Kündigungsfrist verlässlich geblieben – auch unter Druck, früher zu wechseln.
- Als sich die neue Station anders entwickelte als vereinbart, habe ich strukturiert reagiert statt emotional: klare nächste Schritte statt Stillstand.
- Mit 60 Jahren sehe ich diese Situation als Ausgangspunkt für den richtigen Match – nicht als Rückschlag, der mich aufhält.
Verlässlichkeit hat für mich Substanz
Als der Wechsel in die neue Position feststand, kam mehrfach die Frage auf, ob ich nicht früher anfangen könnte. Ich habe das abgelehnt. Ich war meinem bisherigen Arbeitgeber gegenüber vertraglich und persönlich verpflichtet, und diese Verpflichtung war für mich nicht verhandelbar – unabhängig davon, wie attraktiv der neue Schritt war. Verlässlichkeit zeigt sich für mich nicht in Sonntagsreden, sondern genau in solchen Momenten: wenn es bequemer wäre, es anders zu machen, und man es trotzdem nicht tut.
Wenn Pläne sich ändern, zählt die Reaktion
Die neue Station entwickelte sich am Ende anders, als in den Gesprächen davor besprochen worden war – am Ende standen unüberbrückbare Differenzen, wie sie sich vor einem tatsächlichen Arbeitsbeginn erfahrungsgemäß nur schwer wieder ausräumen lassen. Ich könnte das jetzt im Detail aufrollen – wer was wann gesagt hat, wo genau es gehakt hat. Ich mache das bewusst nicht. Was ich hier festhalten will, ist etwas anderes: Wie reagiert man, wenn sich der Boden unter einer Zusage plötzlich verschiebt? Man kann sich in die Enttäuschung hineinsteigern, oder man kann in den Sachmodus wechseln. Ich habe Letzteres getan. Kein Nachtreten, keine langen Erklärungen – sondern die Frage, was jetzt konkret zu tun ist. Ein Ende mit Schrecken lässt sich verkraften, wenn man daraus die richtigen Schlüsse zieht. Ein Schrecken ohne Ende wäre die schlechtere Alternative gewesen – und genau das ist es nicht geworden.
Der nächste Schritt: klar und strukturiert
Noch am selben Tag, an dem sich die Situation zuspitzte, habe ich angefangen, die nächsten Schritte zu ordnen: die vorsorgliche Meldung beim Arbeitsamt zur finanziellen Absicherung, die aktive Ansprache meines Netzwerks, das Klären offener Fragen zur Freistellung, und – wo sinnvoll – die Prüfung meiner rechtlichen Optionen. Keiner dieser Schritte ist spektakulär. Aber in der Summe zeigen sie, wie ich arbeite, wenn eine Situation nicht nach Plan läuft: Ich sortiere, priorisiere, handle. Genau das ist auch die Rolle, die ich in Unternehmen übernehme – Strukturen aufbauen, wo vorher keine waren, und in unübersichtlichen Situationen den Überblick behalten.
Erfahrung als Fundament, nicht als Ablaufdatum
Mit 60 Jahren noch einmal neu anzusetzen, ist kein triviales Unterfangen – das würde ich nicht kleinreden. Gleichzeitig zeigen aktuelle Arbeitsmarktanalysen, dass ältere Fachkräfte in vielen Engpassberufen zunehmend gefragt sind, weil nachrückende Jahrgänge zahlenmäßig kleiner besetzt sind als die Generation, die in den kommenden Jahren in Rente geht1. Erfahrungswissen wird damit nicht zum Auslaufmodell, sondern zu einer Ressource, die Unternehmen aktiv suchen2. Ich sehe meine Situation entsprechend nicht als Rückschlag, sondern als Zwischenstation auf dem Weg zum richtigen Match – zu einer Aufgabe, die tatsächlich zu dem passt, was ich in vier Jahrzehnten in der Gebäudereinigung und im Facility Management aufgebaut habe.
Ich bin #OpenToWork. Wer eine passende Position kennt oder jemanden weiß, der jemanden mit meinem Hintergrund sucht: Mein aktuelles Kurzprofil gibt es hier zum Nachlesen: Kurzprofil als PDF. Nachrichten gerne an job@stawinski.de.
Quellen
- KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung: Ältere am Arbeitsmarkt. kofa.de/daten-und-fakten/studien/aeltere-am-arbeitsmarkt ↩
- KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung: Ältere im Unternehmen. kofa.de/inhalte-von-a-z/aeltere ↩



