Frankfurt/Bonn, 20. Februar 2009

Statement des Bundesinnungsverbandes zum Aussetzen der Tarifverhandlungen am 20. Februar 2009

Vor dem Hintergrund der sich täglich verschlechternden Nachrichten und Prognosen zur Wirtschaftsentwicklung hat der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks heute der IG BAU seinen Entschluss mitgeteilt, die Tarifverhandlungen für die im Herbst und zum Ende des Jahres auslaufenden Tarifverträge auszusetzen.

Angesichts der schlimmsten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik ist die völlig unrealistische Forderung der IG BAU nach einer Lohnerhöhung um 8,7 Prozent keine Basis, die Verhandlungen vorerst weiterzuführen. Große industrielle Kundenbereiche des Gebäudereiniger-Handwerks sind von Kurzarbeit und Entlassungen bedroht. Eine umsichtige und überlegte Tarifentscheidung für das Jahr 2010 ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht möglich.


Die Kunden des Gebäudereiniger-Handwerks haben allein im Januar 2009 (!) 400.000 Arbeitsplätze gestrichen und 300.000 Anträge auf Kurzarbeit gestellt. Dies entspricht Reinigungskürzungen in gleicher Größenordnung: Wo nicht gearbeitet wird, wird auch deutlich weniger gereinigt. Das Gebäudereiniger-Handwerk ist als Branche unternehmens¬naher Dienst¬leistungen direkt von der Entwicklung seiner Auftraggeber abhängig. Mit Thesen, es sei genug Geld da und die Weltwirtschaftskrise habe keinerlei Auswirkungen auf das Gebäude¬reiniger-Handwerk verliert die IG BAU den Bezug zur Wirklichkeit. Der Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks tritt weiterhin für Mindestlöhne und allgemeinverbindliche Tarifverträge ein – aber sie dürfen kein Werkzeug sein, die Realität auszuhebeln.

Eine Lohnerhöhung im Umfang eines kompletten Monatsgehalts, die den Kunden des Gebäudereiniger-Handwerks Mehrkosten in Höhe von einer Dreiviertel Milliarde Euro auf¬bürdet, stellt für den Bundesinnungsverband des Gebäudereiniger-Handwerks keine Diskus¬sionsbasis dar. „ Wenn sich Anzeichen einer Stabilisierung der Wirtschaft oder halbwegs verlässliche Prognosen abzeichnen, sind wir umgehend bereit, die Gespräche am Verhandlungstisch fortzusetzen.“ sagt Bernd Jacke, Vorsitzender der Verhandlungskommission des Bundesinnungsverbandes.

Quelle: www.gebaeudereiniger.de